Democracy Building in the Middle East

© Dwayne Booth aka Mr Fish

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Al-Jazeera: Massive Medienmanipulation?

Bei der Berichterstattung aus arabischen Ländern greifen westliche Medien gerne auf Meldungen von Al-Jazeera zurück, dem Leitmedium für Berichterstattung aus dem arabischen Raum, das über ein dichtes Korrespondentennetz verfügt und an dem sich deutsche Nachrichtenmedien quer durch das politische Spektrum von TAZ über Tagesschau bis FAZ orientieren. Doch welche Rolle spielt Al-Jazeera wirklich bei der Berichterstattung über den „Arabischen Frühling“? 

© unknownÜber diesen Nachrichtensender wurde durch Veröffentlichungen von Wikileaks bekannt, dass er seine Weisungen vom CIA über die amerikanische Botschaft in Doha (Katar) erhält. Im Gefolge dieser Enthüllung ist am 20.09.2011 der Generaldirektor von Al-Jazeera, Wadah Khanfar, von seinem Amt zurückgetreten.

Offensichtlich sind die involvierten amerikanischen Stellen etwas unvorsichtig gewesen mit Ihrer Kommunikation zu Khanfar, so dass er sich in der  im Rahmen der Veröffentlichung von 250.000 Diplomaten-Kabeln bekannt gewordenen Depesche vom 20. Oktober 2005 darüber beschwert, dass er eine Mitteilung sogar auf seinem FAX-Gerät vorgefunden habe (1).

In einem Kabel vom 06.11.2008 fasst der amerikanische Botschafter in Doha, Joseph LeBaron, ein Gespräch mit dem Generaldirektor von Al-Jazeera zusammen: „Der arabische Dienst bleibt das einflussreichste Medium des Netzwerks. Aus diesem Grund wird die Botschaft systematisch in regelmäßigen Kabelmeldungen Analysen über Trends der redaktionellen Politik,  personeller Veränderungen und anderer Entwicklungen innerhalb des Netzwerks von Al-Jazeeras Arabisch-Konzept berichten, bezüglich Angelegenheiten, zu denen die US-Regierung die arabische öffentliche Meinung beeinflussen will.“ (2).

„Wer die Informationspolitik dieses Senders in Sachen Libyen und Syrien verfolgt, kann leicht erkennen, in wessen Diensten er steht. Aber wenn allzu offen und direkt nachweisbar wird, dass sein Chef direkt „Kontakte“ zur CIA pflegt, muss er ausgewechselt werden. Al Jazeera hat nämlich ein Problem: Die Hauptadressaten seiner Botschaften sind die Bürger arabischer und muslimischer Länder, bei denen ein „enges Verhältnis“ zum „Westen“ nicht gut ankommt. Deshalb gibt sich Al Jazeera z.B. auch betont „palästinafreundlich“ und kritisiert das Imperium und die westeuropäischen Staaten häufig – bei Themen, die nicht weh tun, aber das Image als „unabhängiges“ und „seriöses“ Medium pflegen helfen.“ (3)

Mit dem Rücktritt von Khanfar hat sich der Einfluß der USA auf Al-Jazeera aber keineswegs in Luft aufgelöst. Offensichtlich wurde und wird Al-Jazeera weiterhin für PSYOPS der USA verwendet.

Was sind PSYOPS? „Psychologische Operationen: Geplante Operationen um ausgewählte Informationen und Hinweise an ein ausländisches Publikum zu übermitteln um ihre Gefühle, Motive, logisches Denken und letztlich das Verhalten ausländischer Regierungen, Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen zu beeinflussen. Der Zweck der psychologischen Operationen ist die Erzeugung oder Verstärkung ausländischer Einstellungen und Verhalten zugunsten von Zwecken  des Urhebers der Psychologischen Operation. […] US Department of Defense (4).

So wurde bekannt, dass im Frühjahr 2012 fünf Mitarbeiter des Nachrichtensenders gekündigt haben, weil sie die einseitig verzerrte Darstellung der Ereignisse  in Syrien nicht länger mittragen wollten. Moussa Ahmed, ein Produzent der Beiruter Geschäftsstelle von Al-Jazeera ging mit seiner Rücktrittserklärung an die Öffentlichkeit und erklärte, dass der Nachrichtensender einerseits Fakten verschweige und andererseits Nachrichtengeschichten vollständig erfinde (5).

Bereits während des libyschen Bürgerkrieges im Jahre 2011 gab es Gerüchte, dass Al-Jazeera in katarischen Studios Straßenzüge libyscher Städte als Filmkulissen gebaut habe. Seit dem Beginn der  Schlacht um die libysche Stadt Tripolis sendete Al-Jazeera Studio-Aufnahmen  „aus Tripolis“, um den Anschein zu erwecken, dass die Rebellen sich bereits in der Stadt befänden, während es noch unter  NATO-Bombardement stand. Der Widerstandswille der Verteidiger sollte gebrochen werden. Der Leiter des nationalen Übergangsrates, Abdul Jalil Mustafa, räumte später die Sachverhalte ein und stellte sie als Kriegslist dar  (6).

Etliche Journalisten vermuten, dass auch im Syrien-Konflikt seitens Al-Jazeera Studioaufnahmen mit angeblichen Darstellungen syrischer Lokalitäten verwendet werden, um entsprechend interessengeleitete Meldungen zu verbreiten (7, 8).

Noch nicht wirklich überzeugt? Dann schauen Sie sich diese Videos an (9, 10) oder lesen Sie dieses Interview mit dem ehemaligen Al-Jazeera Mitarbeiter Ali Haschem in deutscher Sprache (11) oder diesen Beitrag auf Englisch: (12).

Quellen:

(1) http://www.foreignpolicy.com/articles/2011/09/19/what_wikileaks_tells_us_about_al_jazeera

(2) http://wikileaks.org/cable/2008/11/08DOHA792.html#

(3) http://kritische-massen.over-blog.de/article-agentenablosung-bei-al-jazeera-84877647.html

(4) http://www.iwar.org.uk/psyops/

(5) http://blog.alexanderhiggins.com/2012/04/05/exclusive-video-al-jazeera-faked-syria-libya-news-reports-producer-114282/

(6) http://counterpsyops.com/2011/10/08/al-jazeera-prepares-fake-images-of-syria-just-as-it-did-for-libya/

(7) http://gbtimes.com/third-angle/syria/armenia/syria-crisis-fake-videos-big-lies

(8) http://de.rian.ru/politics/20120719/264021343.html

(9) http://www.rt.com/news/hashem-al-jazeera-resignation-523/

(10) http://julius-hensel.com/tag/al-jazeera-manipulation/

(11) http://german.ruvr.ru/2012_04_25/72931377/

(12) http://www.counterpunch.org/2012/03/05/in-syria-al-jazeeras-credibility-implodes/

                   

Syrien: Lügen & falsche Videos

Der amerikanische Gesandte für Israel, Dan Shapiro, erklärte kürzlich in Jerusalem, dass die militärischen Planungen für einen Angriff auf den Iran abgeschlossen seien (1). Wenige Wochen zuvor äußerte sich bereits der israelische Generalstabschef Benny Gantz, dass Israel bereit sei für einen Angriff auf die iranischen Nuklearanlagen (2).

Doch der seit längerer Zeit geplanten militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran liegt noch ein Hindernis im Weg: Syrien. Den einzigen  militärisch bedeutenden Verbündeten des Iran in der Region gilt es vorher zu neutralisieren. Für Israel drängt die Zeit, denn nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen im November 2012 fehlen Israel entsprechende Druckmittel, um Barack Obama an seine Seite gegen den Iran zu zwingen.

„Außer dem inneren Zusammenbruch der islamischen Republik selbst“,  so die kolportierte Äußerung des saudischen Königs Abdullah vom letzten Sommer, würde  „Iran nichts so sehr schwächen, als der Verlust von Syrien“ (3).

Der amerikanische Sicherheitsberater Tom Donilon bestätigte, dass das Ende des Assad-Regimes für Iran den bisher größten Rückschlag in der Region bedeuten würde, der die Machtverhältnisse in der Region zuungunsten des Iran verschieben würde (4). Kurz zuvor hatte der amerikanische Unterstaatssekretär für den Nahen Osten, Jeffrey Feltman, während einer Kongress-Anhörung im November 2011 erläutert, dass die USA  dieses “Ziel unerbittlich mit einer Doppelstrategie verfolgen werde, indem es die [syrische] Opposition unterstützt und das Regime diplomatisch und finanziell stranguliert, bis dieses Ziel erreicht ist“ (5).

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Es ist mittlerweile  ein gut und hinlänglich dokumentiertes Faktum, dass viele hunderte, von Großbritannien, Israel, Saudi-Arabien und den USA unterstützte Söldner in Syrien operieren (beispielsweise 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16)   und bis an die Zähne mit amerikanischen (17) und israelischen (18) Waffen  ausgerüstet sind.

Nach Berichten der New York Times operiert der CIA verdeckt im Süden der Türkei und steuert dort die Verteilung von Schnellfeuergewehren, Panzerfäusten und Munition an die Aufständischen. Bezahlt wird dieser Waffennachschub von der Türkei, Saudi-Arabien und Katar (19).

Dies bestätigt, dass der Westen, angeführt von den USA und seinen Stellvertretern am Arabischen Golf, die Waffenstillstands- und Friedensbemühungen von Kofi Annan aktiv unterminiert, während der Syrischen Regierung gleichzeitig Verletzungen von Waffenstillstandsvereinbarungen und Versagen beim Schutz der Zivilbevölkerung vorgeworfen wird. Die Brookings-Institution, eine für seinen Einfluß auf die US-amerikanische Außenpolitik bekannte Denkfabrik, riet der amerikanischen Regierung in einer im März 2012 veröffentlichten Schrift, die von der UN vermittelte Waffenpause und den Kofi-Annan-Friedensplan zur Aufrüstung der bewaffneten Opposition zu nutzen (20).

Öffentlich wird von der amerikanischen Regierung verlautbart, dass es die syrische Opposition in seinen Bemühungen um den Sturz von Assad nicht unterstütze, sich an den UN-Friedensprozess von Kofi Annan halte und keine  Waffenlieferungen an Oppositionsgruppen dulde,  solange es UN-Beobachter in Syrien gebe. Dennoch haben US-Beamte gegenüber dem TIME Magazin auch enthüllt, dass die Obama-Administration der syrischen Opposition Schulung und Unterstützung in Medien-Technologie  über kleine Nichtregierungsorganisationen wie dem Institut für War and Peace Reporting und Freedom House biete, um beispielsweise Internet-Videos über angebliche Gräueltaten zu produzieren (21).

Wir werden nun schon seit über einem Jahr überflutet mit Berichten über „Massaker“ (22), ausgeübt von syrischen Armee- und Sicherheitskräften an wehrlosen syrischen Bürgern, Dorfbewohnern, Frauen und Kindern. Die Quellen dieser Berichte sind immer „syrische Aktivisten“, manchmal namentlich genannt, meistens nicht. Die geschilderten Details sind immer ziemlich grausam:  Da war das Massaker von Hula (23), verkündet von der BBC in einer Geschichte, welches das Foto eines Jungen enthielt, der über die verhüllten Leichen der Opfer springt (24).

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(Irak 2003 / © Mario di Laurio)

Der Bericht behauptete in dramatischen Worten, dass syrische Sicherheitskräfte (Schabiha-Milizen) in einem Amoklauf von Haus zu Haus wahllos Frauen und Kinder im Dorf Hula (bzw. Houla) massakriert hätten. Am 25. Mai 2012 soll das Massaker stattgefunden haben und erreichte als propagandistische Breitseite die Titelblätter in den USA am 28. Mai (wenn unter den Lesern jemand Freude an Ironie haben sollte: der 28. Mai ist ‚Memorial Day‘ in den USA). Die Geschichte hat nur einen kleinen Haken: sie ist nicht wahr. Das von der BBC benutzte Foto zur Illustration dieser Lügengeschichte  wurde im Irak aufgenommen und nicht in Syrien (25) und der BBC von „syrischen Aktivisten“ als „Beweis“ für Gräueltaten des Regimes untergejubelt.  Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, bisher nicht als Anhänger des Assad-Regimes in Erscheinung getreten, schreibt über das Massaker:

„Syrische Oppositionelle, die aus der Region kommen, konnten in den vergangenen Tagen aufgrund glaubwürdiger Zeugenaussagen den wahrscheinlichen Tathergang in Hula rekonstruieren. Ihr Ergebnis widerspricht den Behauptungen der Rebellen, die die regimenahen Milizen Schabiha der Tat beschuldigt hatten. Sie sollen unter dem Schutz der syrischen Armee gehandelt haben. Da zuletzt Oppositionelle, die den Einsatz von Gewalt ablehnen, ermordet oder zumindest bedroht worden sind, wollen die Oppositionellen ihre Namen nicht genannt sehen. […] Das Massaker von Hula hatte sich nach dem Freitagsgebet ereignet. Die Kämpfe setzten ein, als sunnitische Rebellen die drei Straßenkontrollen der syrischen Armee um Hula herum angriffen. Die Kontrollpunkte haben die Aufgabe, die alawitischen Dörfer um das überwiegend sunnitische Hula vor Anschlägen zu schützen.

Eine angegriffene Straßenkontrolle rief Einheiten der syrischen Armee zu Hilfe, die 1500 Meter entfernt eine Kaserne unterhält und umgehend Verstärkung schickte. Bei den Kämpfen um Hula, die 90 Minuten gedauert haben sollen, wurden Dutzende Soldaten und Rebellen getötet. Während der Kämpfe waren die drei Dörfer von Hula von der Außenwelt abgeriegelt.

Nach Angaben der Augenzeugen habe sich das Massaker in dieser Zeit ereignet. Getötet worden seien nahezu ausschließlich Familien der alawitischen und schiitischen Minderheit Hulas, dessen Bevölkerung zu mehr als neunzig Prozent Sunniten sind. So wurden mehrere Dutzend Mitglieder einer Familie abgeschlachtet, die in den vergangenen Jahren vom sunnitischen zum schiitischen Islam übergetreten sei. Getötet wurden ferner Mitglieder der alawitischen Familie Shomaliya und die Familie eines sunnitischen Parlamentsabgeordneten, weil dieser als Kollaborateur galt. Unmittelbar nach dem Massaker hätten die Täter ihre Opfer gefilmt, sie als sunnitische Opfer ausgegeben und die Videos über Internet verbreitet (26).

Wenngleich es sich bei den Opfern um Assad-Anhänger (27) handelte, hatte der deutsche Vertreter im UN-Sicherheitsrat Peter Wittig keine Zeit verloren und mit dem Finger auf Syrien gezeigt und behauptet, es gebe „klare Beweise“ für den Gebrauch von schweren Waffen in Hula. „Die Beweise sind eindeutig, da ist nichts zweifelhaft“, sagte Wittig. „Da sind klare Spuren der Regierung bei diesem Massaker“, das Regime müsse zur Verantwortung gezogen werden (28).

Obwohl behauptet wird, die syrische Armee habe die Tode durch Artilleriefeuer und Panzerbeschuß verursacht, wurde seitdem enthüllt, dass die überwältigende Mehrheit der Opfer durch Einwirkung aus kurzer Entfernung ums Leben kam (29), einige davon mit abgehackten Gliedmaßen (30).
Scheinheilig fragt DER SPIEGEL, „warum aber sollten die Aufständischen ein Massaker an ihren eigenen Gefolgsleuten verüben?“ (31).
Vielleicht, weil es gar keine Syrer waren, die das Massaker verübt haben? Wie der britische Ex-Geheimdienstoffizier Alastair Crooke in einem Interview äußerte, ist diese Art des Tötens „kulturfremd für den levantinischen Islam, für Syrien und den Libanon. Sie kommt aus der Anbar-Provinz im Irak. […] Diese Art der Ermordung, Enthauptung, Aufschlitzen der Kehle (auch von Kindern), und diese Art der Verstümmelung von Leichen ist kein Kennzeichen des levantinischen Islam, nicht von Syrien, nicht von Libanon, sondern sie kennzeichnet das, was in der Anbar-Provinz des Irak stattfand. Sie scheint daher sehr in Richtung von Gruppierungen zu weisen, die mit dem Krieg gegen die Vereinigten Staaten im Irak in Verbindung gebracht worden sind und die vielleicht nach Syrien zurückgekehrt sind, oder auf Iraker, die von Anbar [ein an Syrien grenzendes irakisches Gouvernement, Anm. d. Red.] gekommen sind, um daran teilzunehmen […].
Vieles davon kam nach Syrien, als die Kämpfer von Anbar an ihre Heimatorte rund um Homs und Hama zurückkehrten. Es stimmt, wenn wir von al-Kaida-artigen Gruppen sprechen, die am äussersten Ende des Spektrums der Opposition stehen. Sie mögen eine Minderheit sein, was ihre Zahl an der gesamten Oppostion betrifft, aber sie bestimmen den Krieg“ (32, 33).
Moment mal, Al-Qaida-artige Kämpfer in Syrien? Der Wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses schreibt in einer Veröffentlichung vom 19.Juli 2012, dass Elemente von Al-Qaida vom Irak aus nach Syrien einsickern (34). Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari spricht in diesem Zusammenhang von „harten Fakten“. Die syrische Regierung behauptete bereits im Dezember 2011, kurz nach nach einer Welle mysteriöser und tödlicher  Autobomben,  dass Al-Qaida-Kämpfer in Syrien aktiv seien (35).
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(Autobombe in Syrien / © unbekannt)

Bereits im April 2011 erklärte der Anführer einer Gruppe solcher Al-Qaida-artigen Kämpfer, dass es „seine Aufgabe gewesen sei, auf Demonstranten zu schießen und für Verwirrung zu sorgen. Die Leute sollten dazu gebracht werden zu glauben, dass Sicherheitskräfte auf die Demonstranten schießen würden“ (36).

Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND schätzt, dass „etwa 90“ Terrorangriffe „den Organisationen zugeordnet werden können, die Al Qaida oder Jihadisten-Gruppen nahestehen, und die zwischen Ende Dezember 2011 und Anfang Juli 2012 in Syrien durchgeführt wurden. Dies wurde von der deutschen Regierung in einer parlamentarischen Fragestunde enthüllt. Die deutsche Regierung gab auch zu, verschiedene Berichte vom BND über das Massaker vom 25. Mai in der syrischen Stadt Hula erhalten zu haben. Jedoch wurde angemerkt, dass der Inhalt dieser Berichte „aus Gründen nationaler Sicherheit“ geheim gehalten werden müsse (37).

Hula war nicht der erste Hoax (38)  den diese „Aktivisten“ aus dem Ärmel gezaubert haben. Schauen Sie sich auch folgende Beispiele an: (39, 40, 41, 42)

Ungeachtet der wirklichen Hintergründe des Hula-Massakers wiesen Deutschland, Frankreich und andere EU-Länder sowie die USA  ihre syrischen Diplomaten aus (43).  . Auch das nächste angebliche Massaker der syrischen Armee gegen die eigene Bevölkerung, verübt am 12. Juli 2012 in Tremseh, einem Dorf zwischen Hama und Lattakia, wurde medial ausgeschlachtet und mit Medienberichten von „Aktivisten“ orchestriert:

„Nach oppositionellen Quellen sind etwa 220 Menschen, überwiegend Zivilisten, in Tremseh getötet worden, als Kampfhubschrauber und Panzer am Donnerstag angriffen, woraufhin Milizen das Dorf stürmten und Familien abschlachteten. […] „Sie verbrannten die Menschen vor unseren Augen […] stachen ihnen die Augen aus“  (44).

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon verurteilte die „unerhörte Eskalation von Gewalt“ und fuhr fort, „den wahllosen Einsatz schwerer Artillerie und Granatenbeschuss auf besiedelte Gebiete, einschließlich dem Beschuss aus Hubschraubern auf das schärfste zu verurteilen“ (44).

Der Beschuss war allerdings nicht „wahllos“, wie die New York Times berichtete:

„Neu aufgetauchte Details über die von syrischen Aktivisten als Massaker an Zivilisten bezeichneten Vorkommnisse  in der Nähe der zentralen Stadt Hama weisen darauf hin, dass es sich wahrscheinlicher um eine ungleiche Auseinandersetzung zwischen schwer bewaffneten syrischen Militärs und lokalen Kämpfern mit leichten Waffen handelte.“

Die Vereinten Nationen sandten ein Untersuchungs-Team nach Tremseh und „der erste Bericht erklärte, dass es so scheine, als habe der Angriff nur bestimmten Gruppen und Häusern gegolten,   hauptsächlich Armee-Deserteuren und Aktivisten.“ Weiter heißt es darin, „dass eine Reihe von Waffen zum Einsatz kamen, darunter Artillerie, Mörser und Handfeuerwaffen“ (45).

Angesichts der von höchsten UN-Beamten benutzten Rhetorik kann man aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass der erste und vorläufige  Bericht in seiner Schlussfassung deutlich zugunsten der  „Aktivisten“ überarbeitet wird.

Offensichtlich fällt es auch kaum jemandem auf, dass die „Massaker“ in Syrien immer parallel zu den Sitzungen des Weltsicherheitsrates stattfinden. So kamen die Schreckensmeldungen aus Tremseh pünktlich kurz vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates, bei der das Veto von Peking und Moskau gegen eine neue Syrien-Resolution gekippt werden sollte. Energischer als je zuvor forderten die Aufständischen eine NATO-Intervention “auch ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates”.

Als am Nachmittag des folgenden Tages die Geschichte vom „Massaker an der syrischen Bevölkerung“ nicht mehr zu halten war, „gestand die oppositionelle Freie syrische Armee (FSA) jedoch ein, dass es sich bei der Mehrheit der Todesopfer um bewaffnete Anti-Regierungs-Milizen handle. Die Zahl der zivilen Todesopfer betrage nach vorläufigen Angaben höchstens sieben, sagte ein FSA-Sprecher zur Agentur AFP. Bei den übrigen handle es sich um FSA-Mitglieder. Diese Angaben bestätigte auch die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OSDH).“ (46)

Der Titel des New York Times-Beitrages  „Schlachtdetails stellen Berichte von einem syrischen Massaker in Frage“ fasst kurz und bündig den offensichtlichen Sachverhalt zusammen: Die syrische Regierung befindet sich in einem Kampf mit bewaffneten Gegnern. Die Propaganda der Aufständischen, von der US-Regierung und ihren Verbündeten verbreitet, versucht jeden Akt der Notwehr seitens des Regimes als Gräueltat darzustellen. Unsere Medien, die routinemäßig jedes Wort der „Aktivisten“ als Evangelium betrachten, sind ein wesentliches Element bei der Festlegung der „richtigen“ Sichtweise der Geschichte. Sie machen sich zu Komplizen einer konstruierten Rechtfertigung für eine „humanitäre Intervention“ der Westmächte.

Quellen:

(1) http://www.reuters.com/article/2012/05/17/us-iran-nuclear-usa-israel-idUSBRE84G0AS20120517

(2) http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4219190,00.html

(3) http://shadow.foreignpolicy.com/posts/2011/08/09/responding_to_syria_the_kings_statement_the_presidents_hesitation

(4)  http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/obama-aide-end-of-assad-regime-will-serve-severe-blow-to-iran-1.397144   

(5) http://www.state.gov/p/nea/rls/rm/176948.htm

(6) http://www.abc.es/20111217/internacional/abcp-islamistas-libios-desplazan-siria-20111217.html

(7) http://landdestroyer.blogspot.co.uk/2012/06/french-bishop-syrian-soldiers-face.html

(8) http://pacificfreepress.com/opinion/11848-syria-killings-and-atrocities-committed-by-foreign-mercenaries-and-militia-armed-and-supported-by-western-military-alliance.html

(9) http://nsnbc.wordpress.com/2012/06/21/breaking-private-security-companies-in-syria-supporting-rebels-foreign-mercenaries-detained/

(10) http://www.sunday-guardian.com/analysis/assads-troops-close-in-on-foreign-mercenaries

(11) http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=31245

(12) http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=31451

(13) http://www.youtube.com/watch?v=NVWZDWlkq7g

(14) http://www.youtube.com/watch?v=we7U5eoYtws

(15) http://www.groundreport.com/Opinion/Did-the-Secretary-of-Defense-mislead-members-of-Co/2946113

(16) http://www.europeanphoenix.com/en/component/content/article/39-internazionale/1745-cia-recruits-6000-qblack-waterq-mercenaries-in-syria.html

(17) http://www.sott.net/articles/show/245963-US-prepares-multi-front-proxy-war-against-Syria

(18) http://www.presstv.ir/detail/2012/06/19/246992/syrian-gangs-receiving-israeli-arms/

(19) http://www.nytimes.com/2012/06/21/world/middleeast/cia-said-to-aid-in-steering-arms-to-syrian-rebels.html?pagewanted=all

(20) http://www.brookings.edu/~/media/research/files/papers/2012/3/15%20syria%20saban/0315_syria_saban.pdf

(21) http://world.time.com/2012/06/13/hillarys-little-startup-how-the-u-s-is-using-technology-to-aid-syrias-rebels/

(22) http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-18255521

(23) http://original.antiwar.com/justin/2012/06/03/the-houla-hoaxsters/

(24) http://antiwar.com/blog/2012/05/29/the-bbcs-photo-fib-of-a-syrian-massacre/

(25) http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150999096543125&set=a.10150999096533125.482292.632908124&type=1

(26) http://www.faz.net/aktuell/politik/neue-erkenntnisse-zu-getoeteten-von-hula-abermals-massaker-in-syrien-11776496.html

(27) http://www.rt.com/news/damascus-refutes-accusations-houla-massacre-339/

(28) http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/tid-25944/sicherheitsrat-verurteilt-massaker-in-syrien-un-machen-assad-regime-fuer-blutbad-an-zivilisten-verantwortlich_aid_759139.html

(29) http://www.thestar.com/news/world/article/1202096–syria-massacre-victims-executed-at-close-range-says-un

(30) http://http//news.blogs.cnn.com/2012/05/28/children-shot-knifed-axed-to-death-in-syrias-houla-massacre-reports-say/

(31) DER SPIEGEL, Nr. 25, 18.6.2012, S.84

(32) http://www.youtube.com/watch?v=GLN3NvaMp5I

(33) http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=886

(34) http://www.fas.org/sgp/crs/mideast/RL33487.pdf

(35) http://www.ft.com/cms/s/0/c776cfd6-c6bc-11e1-943a-00144feabdc0.html#axzz21f2f4vwv

(36) http://www.nowlebanon.com/NewsArchiveDetails.aspx?ID=261254

(37) http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/gewalt-in-syrien-deutschland-beteiligt-sich-an-propaganda-11822065.html

(38) http://www.youtube.com/watch?v=3lWB5ssifTg&feature=related

(39) http://electronicintifada.net/blog/ali-abunimah/how-cnn-helped-spread-hoax-about-syrian-babies-dying-incubators

(40) http://observers.france24.com/content/20111007-syria-fake-video-syrian-army-deserters-spreading-online-deraa-protest-song

(41) http://www.youtube.com/watch?v=l46dbY3dGic

(42) http://www.youtube.com/watch?v=kaNei6tuiUU

(43) http://www.n-tv.de/politik/Berlin-weist-Botschafter-aus-article6369136.html

(44) http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=277500

(45) http://www.nytimes.com/2012/07/15/world/middleeast/details-of-a-battle-challenge-reports-of-a-syrian-massacre.html?_r=2&smid=tw-nytimesworld&seid=auto